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“Die Chewra Kadischa dankt Herrn Dr. Wolfgang Weisleder
für die  Erlaubnis, sein Buch "Der Gute Ort, Jüdische Friedhöfe im Land  Brandenburg" zu verwenden

Wir bitten Sie um eine

SPENDE

für den Erhalt und die Pflege

Jüdischen Friedhöfe

Land Brandenburg 

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Judischer Friedhof in Kreisfrei Stadt Brandenburg-1

Auf der B102 aus Golzow kommend nach der Bahnunterführung links auf der Umgehungsstraße entlang, am Bahnhof rechts in die Geschwister-Scholl-Straße nach ca. 250 m rechts schmiedeeisernes Tor mit Davidstern

Größe 2570 qm, Flur 16, Flurstück 23, Grundbuchblatt 4394

Jüdischer Friedhof in Brandenburg

Die als Relief im Dom zu Brandenburg verewigte »Judensau« dokumentiert sowohl mittelalterlichen AntiJudaismus als auch die relativ frühe jüdische An-siedlung in der Residenz- und Bischofsstadt. Schon 1322 entstand eine Synagoge. Demzufolge muss auch ein separater Begräbnisort für NichtChristen »vor dem Annentore« existiert haben, der gegen Ende des 17. Jahrhunderts eingeebnet worden war.

Nach dem Wiederentstehen einer Synagogengemeinde 1729 richtete diese ab 1747 wieder einen eigenen Friedhof ein. Der älteste vorhandene Grabstein trug das Sterbejahr 1756. Erfreulicherweise hat Rabbiner Dr. Ackermann 1906 eine ausführliche »Geschichte der Juden in Bandenburg an der Havel« hinterlassen, der auch genaue Angaben zu den Friedhöfen entnommen werden können. 1770 baute der Beerdigungsverein der Gemeinde aus privaten Spenden eine erste Leichenhalle. 1821 war ein Zaun und 1857 bereits eine Erweiterung notwendig. Der angrenzende Reitübungsplatz des Militärs wurde hinzugekauft. 1860 vermeldete eine Friedhofsliste des »hiesigen Kirchhofes« schon 204 Grabstellen. Im gleichen Jahr musste die Leichenhalle umgebaut werden. Eine Friedhofsmauer aus dieser Zeit ist bis heute vorhanden. Ab 1864 übernahm eine jüdische Organisation für tätige Hilfe und Wohltätigkeit, »Chewra Gemiluss Chassodim«, die Betreuung von Kranken, Sterbenden und Trauernden, sowie das Bestattungswesen nach jüdischem Ritus. Im folgenden Jahrstand schon der Neubau einer würdigen Trauerhalle mit einem Raum für die Leichenwaschung und einem Aufenthaltsraum für den Wächter.

Nachdem 1938 Gräber und Trauerhalle verwüstet worden waren, erfolgte die letzte Beisetzung 1942. Das Gelände wurde 1943I44 zwangsweise an die Stadt verkauft und Anfang 1945 an die Brennabor-Werke weiterveräußert. Diese wollten »für ihre außerordentlich eingespannte Gefolgschaft eine Sportanlage zur Ausübung eines zur Erhaltung der Arbeitskraft wichtigen Ausgleichssportes« einrichten. Zu diesem Zeitpunkt war die Leichenhalle bereits zum Wohnhaus umfunktioniert. Der Behördenstreit um die Aufhebung der üblichen Liegefrist für die Gräber endete trotz Eingreifens des SD-Leitabschnittes Berlin und des Abwehrbeauftragten erst mit Kriegsende.

Ausnahmsweise in das Eigentum des Verbandes Jüdischer Gemeinden in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR übertragen, wurde auf Be-schluss der Stadtverordneten 1948-1951 der ehemals dicht belegte Friedhof zur heute leer wirkenden Gedenkstätte im Stile zeitgenössischer Kunst umgebaut. Anstelle der Gräber gibt es seither nur große Namenstafeln mit den damals bekannten Opfern der NS-Zeit. Nur noch wenige Reste von Familiengräbern prominenter jüdischer Familien an der Außenmauer vermitteln eine Vorstellung von dem, was einmal war. Den Eingang an der Geschwister-Scholl-Straße nahe dem Bahnhof schmückt ein schmiedeeiserner Torbogen mit eingehängtem Davidstern. 1997 von randalierenden Hertha BSC-Anhängern entwendet, konnte er aber wiedergefunden werden.

1996 waren dringende Sicherungsarbeiten an der Umfassungsmauer erforderlich, die Wandgräber bröckeln auch heute so, dass immer wieder Reparaturen nötig werden. Die neu entstandene Jüdische Gemeinde Stadt Brandenburg kann diesen Ort nicht wieder als Gemeindefriedhof in Betrieb nehmen. Bis zur gewünschten Neuanlage eines jüdischen Friedhofes bleibt nur die Beisetzungsmöglichkeit in Potsdam.

Besucherzaehler ©2012 Brandenburgische Heilige Bruderschaft Chewra Kadischa e.V.

Bestürzende Entdeckung auf Jüdischem Friedhof

Die 2012 wieder gegründete Beerdigungsgemeinschaft Chewra Kadischa macht auf dem Jüdischen Friedhof am Potsdamer Pfingstberg eine bestürzende Entdeckung: Bei Sanierungsarbeiten fanden sie im Sandsteinpflaster eines Gehwegs Kindergrabsteine.

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Felix-Mosche Berul, Vorsteher der Chewra Kadischa, mit geborgenen Kindergrabsteinen.

Quelle: Volker OelschlägerArtikel veröffentlicht: Dienstag, 28.06.2016

http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Bestuerzende-Entdeckung-auf-Juedischem-Friedhof

Am 24. Schwat 5772  ist

Isroel-Dovid ben Aron-Avrum Pitel

in eine andere Welt gegangen

Reb Dovid

Zum Gedenken an einem Lehrer, einem Freund, einem Menschen
und einfach einem Juden

Am 24. Tischrey  5685  ist er in Dvinsk (Daugavpils) in einer orthodoxen jüdischen Familie geboren.

Der Vater von Dovid ben Aron-Avrum, war ein Lehrer in einer jüdischen Schule in Dvinsk. Er fand großen Respekt unter den fast 50.000 jüdischen Bürgern dieser lettländischen Stadt. Rebe Dovid erzählte, dass am Tag der Brit Mila (Beschneidungstag)  die Familie Pitel eine herausragende damalige jüdische Autorität, Josef-Efraim Fischelevitsch besuchte. Er war eine in jüdischen Kreisen berühmte Persönlichkeit „Rogatschewer Goen“. Im Gedenken dieses Besuches betete Rebe Dovid am Tag des Sterbens von Rogatschewer Goen und aus dieser Erinnerung das ganze Leben.

Dovid Pitels wurde jüdisch-traditionell ausgebildet, deswegen  beherschte er neben der lettländischen Sprache auch fließend die Hebräische und Jiddische Sprache, die er für seine Muttersprache gehalten hat. In jungen Jahren ist er in die Jugendorganisation „Bejtar“ eingetreten und bis zum Eintritt in die Rote Armee war er dort ein aktives Mitglied.

Die Kriegsmühlen mit Feuer und Panzerketten sind über die Familie Pitels gerollt. Fast alle Familienangehörigen sind im ersten Okkupationsjahr in Lettland ermordet worden. Über mehr als 50 Familienmitglieder sind in dieser Zeit von den Nazis getötet worden.

Zusammen mit Bejtar-Freunden hat Dovid eine Entscheidung getroffen, freiwillig in die Rote Armee einzutreten. Am 15. September 1942 wurde er ein Soldat von der lettländischen Division, wo mehr als die Hälfte der Soldaten, Juden waren, die rechtzeitig Lattgalien verlassen konnten. Bleibend unter seinen Kameraden, hatte er die Möglichkeit, die jüdischen Gesetze einzuhalten, Tora lesen und täglich aus dem „Siodor“ (Soldatenrucksack) der Tfilin, den ihm sein Vater vor dem Gang nach Osten geschenkt hat, raus zunehmen und  zu beten. Dovid war in der Armee bis zum 11. Juni 1946. Nach der Demobilisation wurde er nach Lettland geschickt, um die Wirtschaft aufzubauen und das Land von restlichen nationalistischen lettländischen Gruppen zu reinigen. Am 01. März 1952 verlieh man ihm den Rang zum Leutnant und am 18. März den Rang zum Oberleutnant. Aber immer auf allen Arbeitsstellen, erinnerte er sich, dass er ein Jude war. Geheim haltend vor den Anderen, las er die Tora, betete und blieb den Lehren der Ahnen und Rogatschewer Goen treu.

Als die Sowjetmacht kaputt war und die Verbote religiöser Tätigkeiten aufgehoben wurden, wurde Dovid im Jahr 1994 ein Mitglied der Widergeburt der jüdischen Gemeinde Rigas.

Seit den ersten Tagen seines Aufenthalts in Potsdam, trat er aktiv in die Tätigkeit der jüdischen Gemeinde ein. Er war im Zentrum des religiösen Lebens. Er hat alle Versuche der Anderen abgestellt, die jüdische Gemeinde in Richtung Liberalismus, Reformation zu lenken. Der höchste Punkt seiner Tätigkeit in der Gemeinde war ein Geschenk der Gemeinde eine neue Tora-Rolle.

Das hat Dovid zum Gedenken an seine Eltern, Aron-Avrum und Sarah-Bejla Pitel.

Rebe Dovid ist in eine andere Welt gegangen und wir dürfen beten und die Lehren der Ahnen seines Vaters und den Rabbinern von Dvinsk erfüllen.

Unsere Gebete werden bestens Bedacht für Israel-Dovid ben Aron-Avrum Pitel.

(9 Ijara 5775) 223. Johrzeit, Rabbiner Joseph b. Meir Theomim

Jüdischer Friedhof in Slubice

(bis 1945 Frankfurt (Oder))

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Galizischen Rabbiner; geboren in Lemberg im Jahre 5487 (1727), gestorben in Frankfurt (Oder)  im Jahr 5552 (1792). Während noch jung folgte er seinem Vater in der Position der Prediger und Lehrer in der rabbinischen Jeschiva von Lemberg (Lviv). Später ging er nach Berlin, wo er schon mehrere Jahre in der Wette ha-Midrasch von Daniel Jafe. . Dann nahm er seine frühere Position in Lemberg und im Jahre 5542 (1782)  wurde Rabbiner ernannt Frankfurt (Oder), wo er bis zu seinem Tod blieb.

Te'omim, der als einer der führenden Rabbiner seiner Zeit war, war ein gründlicher Student der rabbinischen Literatur, und wurde nicht in den weltlichen Wissenschaften verlernt. Er schrieb: "Peri Megadim," eine zweifache Kommentar auf der Orah Ḥayyim-wobei ein Teil mit dem Titel "Mishbeẓot Zahab," die eine Superkommentar auf David ben Samuel "Ture Zahab," und die andere "Eshel Abraham", auf Abraham Abele "Magen Abraham "(Frankfurt(Oder), 1753)," Porat Yosef "Novellae auf Yebamot und Ketubot, mit Regeln für Halacha Entscheidungen (Zolkiev 1756)," Ginnat Weradim, "siebzig Regeln für das Verständnis des Talmud ( Frankfort(Oder) 1767), "Peri Megadim," eine zweifache Kommentar auf der Yoreh De'ah-wobei ein Teil mit dem Titel "Mishbeẓot Zahab," die eine Superkommentar auf David ben Samuel "Ture Zahab," und die andere "Sifte Da'at", auf Sabthai Kohen die "Sifte Kohen" (Berlin, 1772), "Tebat Gome," auf den Sabbatical Abschnitte (Frankfurt(Oder) 1782), "Schoschanat ha-'Amakim," eine Methodik des Talmud, zusammen mit dem vorhergehenden veröffentlicht; "Nein" am Megadim, "Kommentare zu den Gebeten, mit dem Gebet-Buch" Hegyon Leb. ​​" Te'omim links im Manuskript "Sefer ha-Maggid" (ein Kommentar zum Pentateuch und die Haftarot, Predigten für Sabbate und Feste, und eine zweifache Kommentar Pirḳe Abot) und "Em la-Binah" (Hebräisch, Aramäisch und Chaldaisch Lexikon; Neubauer, "Cat Bodl Hebr MSS...." Nr. 1500). In der Einleitung zu der letztgenannten Arbeit Te'omim erwähnt eine große Anzahl von Schriften seiner eigenen, auf Halacha und Ethik, die nicht mehr in Existenz.

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25. April begann die Restaurierung von Grabsteine  in den alten jüdischen Friedhof in Potsdam.

Der Koordinator : Fachbereich Stadterneuerung und Denkmalpflege Stadt Potsdam

Restaurator: Naturstein Potsdam GmbH

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