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“Die Chewra Kadischa dankt Herrn Dr. Wolfgang Weisleder
für die  Erlaubnis, sein Buch "Der Gute Ort, Jüdische Friedhöfe im Land  Brandenburg" zu verwenden

Wir bitten Sie um eine

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für den Erhalt und die Pflege

Jüdischen Friedhöfe

Land Brandenburg 

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Judischer Friedhof in Finsterwalde-1

Aus Doberlug-Kirchhain kommend

vor dem Bahnübergang links in den Westring,

am Bahndamm entlang, die zweite Möglichkeit

links in den Frankenaer Weg, auf der

rechten Seite Grundstück Nr. 104,

neben dem Dynamo-Sportplatz,

Fläche ist heute nicht mehr erkennbar

 

Größe 1293 qm,

Flur 8, Flurstücke 6 und 9,

Grundbuchblätter 3557 und 6957

Jüdischer Friedhof in Finsterwalde

Da, wo ehemals der »Israelitische Friedhof« lag, steht heute das Einfamilienhaus Frankenaer Weg 104. Der Sportplatz des früheren Turnvereins bzw. der späteren Sportvereinigung Dynamo, der alte Hundesportplatz, das Sportlerheim und die Kleingärten ringsum lassen es eher unglaublich erscheinen, dass es hier einen Judenfriedhof gegeben haben soll.

Auch wenn es keine eigenständige jüdische Gemeinde gab und der Grund und Boden ab 1865 der Stadt gehörte, ist ohne Zweifel hier der Ort, an dem Juden beigesetzt worden sind. 1902 kaufte ein Landwirt die Fläche zusammen mit umliegendem Acker- und Weideland. Er wusste sehr wohl um die besondere Widmung dieses Teiles seines nunmehr privaten Grundeigentums, schließlich haben bis etwa 1913 noch Bestattungen nach jüdischem Ritus stattgefunden. Danach verwilderte die Fläche mit dem quadratischen Grundriss, wurde aber in ihrer ursprünglichen Funktion immer noch respektiert. Um 1930 ist noch von 25 Finsterwalder Juden die Rede, die zur Synagogengemeinde Cottbus gehörten. Keiner von ihnen wurde mehr in seiner Heimatstadt begraben. 1937 erfolgte auf Anregung des besagten Landwirtes eine Trennvermessung des »Kirchhofes«, der ab sofort offiziell nur noch als »Acker« registriert war. Ein 1939 notariell vorbereiteter Grundstücksverkauf unterblieb, da der Eigentümer verstorben war. Erst seiner Witwe gelang es den Friedhof 1941 zu verkaufen. Dabei sollten 1939 und 1941 die faktisch längst als Fußweg genutzten 64 qm des Flurstückes 6 an die Stadt veräußert werden, was aber nicht gelang.

Erst durch Ausübung des Vorkaufsrechtes 1991 wurde dieses Fleckchen zu kommunalem Straßenland. 1949 vererbte man den Friedhof innerhalb der Familie weiter. 1950 sollen noch Grabsteine existiert haben, die aber schließlich im Zusammenhang mit dem Eigenheimbau verschwanden. Daran hat niemand Anstoß genommen. Pietätlos und rücksichtslos erteilte man Baugenehmigungen. Den Bauherren fehlte es an Problem- oder gar Schuldbewusstsein hinsichtlich der frevelhaften groben Missachtungvon Besonderheiten jüdischer Friedhöfe. Als 1987 und 1991 das Grundstück jeweils einen neuen Eigentümer bekam, wussten diese sicher auch nichts von der Vorgeschichte ihres neuen Wohnortes. Erst die vermögensrechtlichen Bescheide aus dem Jahre 1997 dokumentierten für alle Beteiligten das skandalöse Geschehen, ohne dass sich faktisch etwas änderte.

Der Autor hält eine angemessene Erinnerung an diesen Ort für unverzichtbar und längst überfällig. Mit Einverständnis der heutigen Grundeigentümer sollte der Standort des Friedhofes in künstlerischer Form kenntlich gemacht werden. Die schriftlichen Anregungen der Jüdischen Gemeinde Land Brandenburg an den Finsterwalder Bürgermeister wurden weder 1994 noch 1997 aufgegriffen.

Jüdischer Friedhof in Wahrenbrück

Im 19. Jahrhundert gab es nur wenig verstreut lebende jüdische Familien in dieser Gegend, die sich meist vom Hausieren ernährten. Trotzdem erwarben sie an der Straße nach Uebigau einen eigenen Bestattungsplatz. Er befand sich fast in der Mitte zwischen den beiden Orten in der Nähe des Überganges der Bahnlinie zwischen Cottbus und Leipzig.

Jüdische Familien hatten das Grundstück 1839 vom Bürgermeister Uebigaus, zu dessen Stadtwald der Platz gehörte, für 20 Taler erworben. Bis etwa 1870 sollen dort rund 10 Bestattungen der Familien Birnbaum, Meyer-Lewin, Sabor und anderer nach jüdischer Tradition stattgefunden haben. Danach soll noch ein Nachkomme für eine Umzäunung und für Ordnung gesorgt haben, ansonsten blieb der Platz seinem Schicksal überlassen und vor Vandalismus nicht geschützt. Letztendlich holte ihn sich die Natur zurück. Gewiss eignete sich mancher Grabsteinrest auch als Baustoff. Eine Zeichnung im Heimatkalender Bad Liebenwerda von 1963 verdeutlicht die Situation um 1910. Umgestürzte und zerbrochene Grabsteine lagen damals verstreut in einem Waldstück. 90 Jahre später sucht man irgendwelche Anhaltspunkte vergeblich.

Sollte wider Erwarten der alte Standort doch noch exakt bestimmt werden, wäre dessen angemessene Markierung zur Erinnerung und Wahrung der Totenruhe sinnvoll.

Judischer Friedhof in Warenbrück-1

Aus Bad Liebenwerda auf der B 101 kommend

nach der Ortschaft Winkel links

Richtung Wahrenbrück, in Wahrenbrück rechts

die Landstraße Richtung Uebigau,

ca. 6 km durch den Wald, direkt hinter dem

Bahnübergang auf der linken Seiten, Fläche ist

als Teil des Waldes nicht mehr erkennbar

 

offene Vermögensfragen ungeklärt

Besucherzaehler ©2012 Brandenburgische Heilige Bruderschaft Chewra Kadischa e.V.

Bestürzende Entdeckung auf Jüdischem Friedhof

Die 2012 wieder gegründete Beerdigungsgemeinschaft Chewra Kadischa macht auf dem Jüdischen Friedhof am Potsdamer Pfingstberg eine bestürzende Entdeckung: Bei Sanierungsarbeiten fanden sie im Sandsteinpflaster eines Gehwegs Kindergrabsteine.

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Felix-Mosche Berul, Vorsteher der Chewra Kadischa, mit geborgenen Kindergrabsteinen.

Quelle: Volker OelschlägerArtikel veröffentlicht: Dienstag, 28.06.2016

http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Bestuerzende-Entdeckung-auf-Juedischem-Friedhof

Am 24. Schwat 5772  ist

Isroel-Dovid ben Aron-Avrum Pitel

in eine andere Welt gegangen

Reb Dovid

Zum Gedenken an einem Lehrer, einem Freund, einem Menschen
und einfach einem Juden

Am 24. Tischrey  5685  ist er in Dvinsk (Daugavpils) in einer orthodoxen jüdischen Familie geboren.

Der Vater von Dovid ben Aron-Avrum, war ein Lehrer in einer jüdischen Schule in Dvinsk. Er fand großen Respekt unter den fast 50.000 jüdischen Bürgern dieser lettländischen Stadt. Rebe Dovid erzählte, dass am Tag der Brit Mila (Beschneidungstag)  die Familie Pitel eine herausragende damalige jüdische Autorität, Josef-Efraim Fischelevitsch besuchte. Er war eine in jüdischen Kreisen berühmte Persönlichkeit „Rogatschewer Goen“. Im Gedenken dieses Besuches betete Rebe Dovid am Tag des Sterbens von Rogatschewer Goen und aus dieser Erinnerung das ganze Leben.

Dovid Pitels wurde jüdisch-traditionell ausgebildet, deswegen  beherschte er neben der lettländischen Sprache auch fließend die Hebräische und Jiddische Sprache, die er für seine Muttersprache gehalten hat. In jungen Jahren ist er in die Jugendorganisation „Bejtar“ eingetreten und bis zum Eintritt in die Rote Armee war er dort ein aktives Mitglied.

Die Kriegsmühlen mit Feuer und Panzerketten sind über die Familie Pitels gerollt. Fast alle Familienangehörigen sind im ersten Okkupationsjahr in Lettland ermordet worden. Über mehr als 50 Familienmitglieder sind in dieser Zeit von den Nazis getötet worden.

Zusammen mit Bejtar-Freunden hat Dovid eine Entscheidung getroffen, freiwillig in die Rote Armee einzutreten. Am 15. September 1942 wurde er ein Soldat von der lettländischen Division, wo mehr als die Hälfte der Soldaten, Juden waren, die rechtzeitig Lattgalien verlassen konnten. Bleibend unter seinen Kameraden, hatte er die Möglichkeit, die jüdischen Gesetze einzuhalten, Tora lesen und täglich aus dem „Siodor“ (Soldatenrucksack) der Tfilin, den ihm sein Vater vor dem Gang nach Osten geschenkt hat, raus zunehmen und  zu beten. Dovid war in der Armee bis zum 11. Juni 1946. Nach der Demobilisation wurde er nach Lettland geschickt, um die Wirtschaft aufzubauen und das Land von restlichen nationalistischen lettländischen Gruppen zu reinigen. Am 01. März 1952 verlieh man ihm den Rang zum Leutnant und am 18. März den Rang zum Oberleutnant. Aber immer auf allen Arbeitsstellen, erinnerte er sich, dass er ein Jude war. Geheim haltend vor den Anderen, las er die Tora, betete und blieb den Lehren der Ahnen und Rogatschewer Goen treu.

Als die Sowjetmacht kaputt war und die Verbote religiöser Tätigkeiten aufgehoben wurden, wurde Dovid im Jahr 1994 ein Mitglied der Widergeburt der jüdischen Gemeinde Rigas.

Seit den ersten Tagen seines Aufenthalts in Potsdam, trat er aktiv in die Tätigkeit der jüdischen Gemeinde ein. Er war im Zentrum des religiösen Lebens. Er hat alle Versuche der Anderen abgestellt, die jüdische Gemeinde in Richtung Liberalismus, Reformation zu lenken. Der höchste Punkt seiner Tätigkeit in der Gemeinde war ein Geschenk der Gemeinde eine neue Tora-Rolle.

Das hat Dovid zum Gedenken an seine Eltern, Aron-Avrum und Sarah-Bejla Pitel.

Rebe Dovid ist in eine andere Welt gegangen und wir dürfen beten und die Lehren der Ahnen seines Vaters und den Rabbinern von Dvinsk erfüllen.

Unsere Gebete werden bestens Bedacht für Israel-Dovid ben Aron-Avrum Pitel.

(9 Ijara 5775) 223. Johrzeit, Rabbiner Joseph b. Meir Theomim

Jüdischer Friedhof in Slubice

(bis 1945 Frankfurt (Oder))

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Galizischen Rabbiner; geboren in Lemberg im Jahre 5487 (1727), gestorben in Frankfurt (Oder)  im Jahr 5552 (1792). Während noch jung folgte er seinem Vater in der Position der Prediger und Lehrer in der rabbinischen Jeschiva von Lemberg (Lviv). Später ging er nach Berlin, wo er schon mehrere Jahre in der Wette ha-Midrasch von Daniel Jafe. . Dann nahm er seine frühere Position in Lemberg und im Jahre 5542 (1782)  wurde Rabbiner ernannt Frankfurt (Oder), wo er bis zu seinem Tod blieb.

Te'omim, der als einer der führenden Rabbiner seiner Zeit war, war ein gründlicher Student der rabbinischen Literatur, und wurde nicht in den weltlichen Wissenschaften verlernt. Er schrieb: "Peri Megadim," eine zweifache Kommentar auf der Orah Ḥayyim-wobei ein Teil mit dem Titel "Mishbeẓot Zahab," die eine Superkommentar auf David ben Samuel "Ture Zahab," und die andere "Eshel Abraham", auf Abraham Abele "Magen Abraham "(Frankfurt(Oder), 1753)," Porat Yosef "Novellae auf Yebamot und Ketubot, mit Regeln für Halacha Entscheidungen (Zolkiev 1756)," Ginnat Weradim, "siebzig Regeln für das Verständnis des Talmud ( Frankfort(Oder) 1767), "Peri Megadim," eine zweifache Kommentar auf der Yoreh De'ah-wobei ein Teil mit dem Titel "Mishbeẓot Zahab," die eine Superkommentar auf David ben Samuel "Ture Zahab," und die andere "Sifte Da'at", auf Sabthai Kohen die "Sifte Kohen" (Berlin, 1772), "Tebat Gome," auf den Sabbatical Abschnitte (Frankfurt(Oder) 1782), "Schoschanat ha-'Amakim," eine Methodik des Talmud, zusammen mit dem vorhergehenden veröffentlicht; "Nein" am Megadim, "Kommentare zu den Gebeten, mit dem Gebet-Buch" Hegyon Leb. ​​" Te'omim links im Manuskript "Sefer ha-Maggid" (ein Kommentar zum Pentateuch und die Haftarot, Predigten für Sabbate und Feste, und eine zweifache Kommentar Pirḳe Abot) und "Em la-Binah" (Hebräisch, Aramäisch und Chaldaisch Lexikon; Neubauer, "Cat Bodl Hebr MSS...." Nr. 1500). In der Einleitung zu der letztgenannten Arbeit Te'omim erwähnt eine große Anzahl von Schriften seiner eigenen, auf Halacha und Ethik, die nicht mehr in Existenz.

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25. April begann die Restaurierung von Grabsteine  in den alten jüdischen Friedhof in Potsdam.

Der Koordinator : Fachbereich Stadterneuerung und Denkmalpflege Stadt Potsdam

Restaurator: Naturstein Potsdam GmbH

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