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“Die Chewra Kadischa dankt Herrn Dr. Wolfgang Weisleder
für die  Erlaubnis, sein Buch "Der Gute Ort, Jüdische Friedhöfe im Land  Brandenburg" zu verwenden

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Judischer Friedhof in Beeskow-1

Auf der B 246 aus Storkow kommend kurz vor Beeskow rechts Richtung Kohlsdorf, vorbei am Wasserwerk linkerhand, nach ca. 1 km vor der Straßenüberführung rechts in einen Waldweg, nach ca. 250 m Friedhofsmauer und Eingang

Beeskow Größe 552 qm, Flur 7, Flurstück 48, Grundbuchblatt 1123 Bornow Größe 633 qm, Flur 1, Flurstück 253, Grundbuchblatt 8

Jüdischer Friedhof in Beeskow

Der jüdische Friedhof wird durch die Gemarkungsgrenze zum Dorf Bornow zerschnitten, beide Teile finden sich jedoch vereint, wenn man einem Waldweg, der von der Kohlsdorfer Chaussee abzweigt, folgt. Kein Wegweiser oder Schild am Eingang, dafür belohnt eine plötzlich hinter einer Schonung auftauchende Friedhofsmauer die Suchenden. Trotz ihrer Reparaturbedürftigkeit zeugt dieses respektable Bauwerk-zunächstaus Feld-, späterausZiegelsteinen gemauert-sowohl von einfallsreicher Handwerkskunst als auch von der Erweiterung des Friedhofsgeländes.

Im Grundbuch wurde 1910 die Synagogengemeinde Beeskow-Buchholz als Eigentümer eingetragen. Anhand weniger noch lesbarer Inschriften gab es zwischen 1860 und 1928 noch jüdische Bestattungen. Eine Beisetzung von Insassen des jüdischen Arbeits- und Altersheimes aus dem benachbarten Radinkendorf scheint dem Autor naheliegend, ist aber nirgends dokumentiert. Zwischen 1940 und 1942 von der Reichsvereinigung der Juden gepachtet, diente das Objekt der Gestapo Potsdam als Sammelstelle »für wegen Überschreitung der Altersgrenze nicht evakuierungsfähige Juden, die noch transportfähig sind«. Nach dem Neubau einer Baracke konnten damals dort ca. 200 Menschen »zwischengelagert« werden. Heute wirkt die Bestattungsfläche fast leer. Jahrzehntelang war sie im Sinne des Wortes zugewachsen. Besser erhalten geblieben ist die Synagoge gegenüber der Beeskower Feuerwehr, präsentiert sich heute jedoch als eher unscheinbares Wohnhaus.

Nachdem um 1960 Jugendliche den Friedhof verwüstet hatten, wollten ihn die Verantwortlichen in guter Absicht zu einer Gedenkstätte umwandeln. Aus den besterhaltendsten, ungeordnet umherliegenden Grabplatten aus Granit wurde ein rechteckiges, pyramidenartiges Mahnmal geformt. Im Inneren verschwanden viele ältere Grabsteine und Bruchstücke und wurden in Beton eingegossen. Die seinerzeit opportune Lösung erweist sich als großer Verlust, denn damit sind auch die wertvollen familienkundlichen Inschriften verloren gegangen. Jedweder Rekonstruktionsversuch der urprünglichen Belegung ist zunächst vereitelt.

Hakenkreuzschmierereien soll es noch in den letzten Jahren der DDR gegeben haben. Welche Schäden auf neuerlichenVandalismus zurückzuführen sind, kann gegenwärtig schwer beurteilt werden. Der fortschreitende Verfall und die sichtbaren Zerstörungen am umstrittenen Monument beeinträchtigen den Gesamteindruck des Ortes inzwischen erheblich. Daran können auch Ausbesserungsarbeiten an der Friedhofsmauer, normale Pflegegänge sowie obligatorisches Rasen- und Unkrautmähen wenig ändern. Keinesfalls sollte die Grabsteinpyramide restauriert werden. Eine prinzipielle kommunalpolitische Willenserklärung, die erforderliche denkmalschutzgerechte landschaftsgestalterische Grundidee, verbunden mit einem entsprechend abgestimmten Konzept für eine schrittweise Neugestaltung, könnten den »Dornröschenschlaf« mittelfristig beenden.

Jüdischer Friedhof in Eisenhüttenstadt

Die Synagogengemeinde FürstenberglOder, die Umbenennungen der Ortschaft in Stalinstadt und Eisenhüttenstadt erfolgten erst nach der Shoa, besaß zwei Friedhöfe. Nachdem zuvor in Friedland bestattet worden war, legten die jüdischen Einwohner 1840 einen eigenen Friedhof an. Dieser war maximal 500 qm groß und lag auf einem Gelände hinter der heutigen Post an der Bahn hofstraße. Bis 1890 reichte der Platz für jüdische Beerdigungen aus, danach musste er »geschlossen« werden. Weil alle Überreste von diesem älteren Friedhof verschwunden sind, wäre eine angemessene Kennzeichnung besonders wünschenswert.

Einen zusätzlichen Bestattungsort für Juden fand man in unmittelbarer Nachbarschaftzum Friedhof derevangelischen Sankt Nikolai-Kirchengemeinde am Kirchhofweg. Der Grund und Boden befand sich schon seit 1889 im Privateigentum von Isidor Baron (1840-1922). Herr Baron war nicht nur Vorsteher der jüdischen Gemeinde, sondern hatte auch mehrere kommunale Ämter inne. Für sein hohes Ansehen, unter anderem als langjähriger Stadtverordneter, spricht seine Ernennung zum Ehrenbürger. 1936 wurde die Synagogengemeinde zur Selbstauflösung gezwungen. Durch ein »Ausschlussurteil« des Amtsgerichtes wurde der Friedhof dem Eigentum der Synagogengemeinde Guben zugeordnet. Die noch verhältnismäßig neue Friedhofsmauer wurde in der NS-Zeit abgetragen. 1944 erklärte sich der Fürstenberger Bürgermeister bereit das ganze Friedhofsgelände für 70 Reichsmark, so wörtlich, »stadtseits käuflich zum Abbruch zu erwerben«. Der in dieser Gegend geplante Wohn- und Siedlungsbau unterblieb. Außerdem wurde die Angelegenheit weder als »kriegswichtig noch kriegsentscheidend« eingestuft. Der Verkauf wurde deshalb zurückgestellt, die Eigentumsverhältnisse blieben unangetastet und das Grundbuch unverändert.

Nur rund ein Viertel des neuen jüdischen Friedhof Fürstenberg ist heute mit Maschendraht eingezäunt. Von den ursprünglich etwa 25 Grabstätten sind 15 Grabsteine erhalten geblieben, darunter der des erwähnten jüdischen Ehrenbürgers, Herrn Baron. Bei genauer Betrachtung der Beschriftung erkennt man die Unsicherheit der örtlichen Steinmetzbetriebe im Umgang mit spezifischer jüdischer Symbolik. Ein spezieller Gedenkstein ist der Familie Feuert gewidmet, die als »Opfer des Fachismus« geehrt und nach der sogar eine Straße benannt wurde. Zwei Überlebende dieser Familie kehrten nach Kriegsende in ihre Heimatstadt zurück und eröffneten - wie zuvor gehabt - ein Textilgeschäft. Dies ist als Ausnahmefall für ganz Brandenburg besonders bemerkenswert.

Durch eine inzwischen in die Jahre gekommene, in der DDR aber sehr begehrte typische Bebauung mit Reihengaragen hat sich die Umgebung des jüdischen Friedhofs verschlechtert. Dertriste Eindruck wird durch die ungenutzten Gebäude der seit Jahren leerstehenden ehemaligen Berufsschule »Martin Andersen Nexö« noch verstärkt. Erfreulich ist um so mehr, dass bereits Anfang derneunzigerjahre mit Fördermitteln der Friedhof rekonstruiert werden konnte. Leider versuchten 1993 Neonazis das Ergebnis aller Bemühungen zunichte zu machen. Die Instandsetzung nach dem Anschlag kostete zusätzlich Geld und Kraft. Nur Dank der Einsatzbereitschaft und Wachsamkeit der Angestellten von St. Nikolai blieb der Ort verschont und immer gut gepflegt. Aus einer grünen Decke aus kriechendem Wacholder ragen die überwiegend dunklen Granitsteine wie eine Versammlung zum stillen Gedenken hervor.

Judischer Friedhof in Eisenhüttenstadt-1

Aus Frankfurt auf der B 112 kommend durch die Ortschaft Vogelsang, im Ortsteil Fürstenberg am Friedensplatz rechts in den Kirchhofweg, am städtischen Friedhof vorbei, auf der rechten Seite zwischen Garagenbauten eingezäunte Fläche

Größe 1681 qm,

Flur 19, Flurstück 558,

Grundbuchblatt 2147

Judischer Friedhof in Friedland-1

Auf der B 168 aus Beeskow kommend, weit vor der Ortschaft, hinter dem Grundstück Beeskower Straße 30 links in einen Feldweg, auf der linken Seite am Feldrain Steinmauer mit gusseiserner Eingangspforte

Größe 4260 qm, Flur 1, Flurstück 75, Grundbuchblatt 867

Jüdischer Friedhof in Friedland

Die Ansiedlung des Johanniterordens an der Salzhandelsroute ermöglichte es schon ab 1673174 einzelnen jüdischen Familien sich hier offiziell niederzulassen. Sie mussten ein jährliches Schutzgeld entrichten, eine wichtige Einnahmequelle für den Ordensmeister. Im 18. Jahrhundert hatte das Städtchen unter seinen 700 bis 800 Einwohnern zwischen 100 und 200 Juden, die vorwiegend vom Hausiererhandel lebten. Kein Wunder, dass der Volksmund dafür statt Märkisch Friedland den Namen »Jüdisch-Friedland« erfand. Von den christlichen Kaufleuten, Krämern und Markthändlern wurden die von Haus zu Haus ziehenden jüdischen Händler als unliebsame Konkurrenten betrachtet. Vergeblich versuchte man sie mit obrigkeitlichen Einschränkungen und Verboten zu vertreiben.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war der jüdische Friedhof der älteste und einzige seiner Art in der Niederlausitz. Die Gemeinde hatte neben Rabbiner, Kantor und Schulmeisterauch einen eigenen Totengräber angestellt. Als das Eigentum der »Judengemeinde zu Friedland« 1856 im Grundbuch eingetragen wurde, war der jüdische Bevölkerungsanteil schon rückläufig. Ein neues Verkehrswegenetz und die Landflucht in Richtung der großen Städte hatte auch die Abwanderung jüdischer Einwohner begünstigt. Die letzte reguläre Beisetzung erfolgte bereits um 1860, danach wurden nur noch vereinzelt bis 1921 Juden aus der Umgebung, zum Beispiel aus Lieberose und in einem Fall aus dem fernen Amerika, bestattet. Fanatisierte Nazis aus der in der Burg Friedland ansässigen Reichsarbeitsdienst-Führerschule haben schon 1934 für die fast vollständige Planierung des großen jüdischen Friedhofes gesorgt. Viele Grabsteine sollen damals zur Wegbefestigung im angrenzenden Naturgarten verbaut worden sein. 1939I40 verkaufte die Reichsvereinigung der Juden unter Zwang das Friedhofsgelände an die Stadtgemeinde Friedland. Rund 50 Jahre blieb der Ort kommunales Eigentum, ehe man sich seiner annahm und bevor über erste Gedenkveranstaltungen hinaus vereinzelt auch Pflege- und Instandsetzungsarbeiten stattfanden.

Der Besucher findet neben dem Grundstück Beeskower Staße 30, am Wiesenbzw. Feldrain gelegen, einen Zugang mit schmiedeeisernem Eingangstor. Die Überreste der Mauer links und rechts davon sind ausgebessert. Wenige noch vorhandene Grabstellen, die vier schwarzen Grabsteinobelisken aus poliertem Granit sowie ein älterer Sandstein mit hebräischen und deutschen Inschriften bestätigen dem Besucher, dass er richtig ist. Diese spärlichen Reste und zu DDR-Zeiten eingefügte verrostete Zaunfelder lassen den Platz von innen erheblich kleiner erscheinen, als er ursprünglich war. Nur wenn man außen entlang der alten Feldsteinmauer geht, findet man die ursprünglichen Ecken und erkennt den uralten Laubbaumbestand inmitten wild wuchernder Sträucher und Farne. Jetzt ist erkennbar, auf welch ungewöhnlich großer Friedhofsfläche man sich tatsächlich befindet. Erst jetzt kann jeder Besucher die Einmaligkeit des einstigen »Jüdisch-Friedland« ungefähr erahnen.

Jüdischer Friedhof in Fürstenwalde

Der ältere jüdische Friedhof, der seit Mitte des 18.Jahrhunderts an der Stadtmauer neben dem neuen Tore lag, wurde 1829 verlegt. An dieser Stelle sind später die Villa eines Direktors der Schultheiss-Mälzerei und ein Sommerlokal der Brauerei Tivoli erbaut worden. Die Verlegung an den heutigen Standort Ecke Frankfurter StraßelGrünstraße erfolgte mit Zustimmung der Synagogengemeinde. Bereits für 1835 ist der Bau einer Friedhofsmauer belegt, der älteste Sandgrabstein trug das Sterbejahr 1854.

1926 war die Fläche für die gewachsene Synagogengemeinde zu klein geworden, so dass ein Beschluss zur Erweiterung gefasst, aber vertraglich erst drei Jahre danach gesichert werden konnte. Die Weihefeier für die neue achteckige Trauerhalle ist 1928 durch Meldungen der Regionalpresse ausführlich beschrieben. Aus den Reden der Offiziellen wird ein selbstverständliches Miteinander, die Akzeptanz und Toleranz gegenüber den Fürstenwalder Juden deutlich - fünf Jahre später war davon wenig geblieben! Die letzte Beisetzung soll 1936 stattgefunden haben, zwei Jahre später zerstörten Fanatiker die Trauerhalle. Mit dem zwangsweisen Verkauf des Geländes an die Stadt schien 1944 das Schicksal des jüdischen Friedhofes für immer besiegelt.

Die Jahre neben einem großen Kasernengelände der Truppen der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland brachten bis auf kyrillische Inschriften an der Friedhofsmauer keine größeren Veränderungen. Das Gelände verwilderte, ehe 1988 Aufräumarbeiten stattfanden. Damals reihte man die umgestürzten Grabsteine lose an der Nordmauer auf. Am 9. November abends wurde bei Kerzenschein feierlich eine Gedenktafel eingeweiht, frischer Putz verbarg eine Hakenkreuzschmiererei, die am Morgen entdeckt worden war. 1998 konnte beim Neubau der angrenzenden Feuerwache die baufällige Ostmauervollständigemeu-ert werden. Im Zusammenhang mit der Konversion des Militärstandortes entschlossen sich Bürgermeister und Stadtverwaltung den verwahrlosten Zustand des Friedhofes zu beseitigen.

Ab 1999 begann ein sorgfältiges Erfassen des Bestandes mittels Fotodokumentation und Archivrecherche. Zusätzlich fanden mit Zustimmung des Landesrabbiners behutsame Sondierungsgrabungen statt. Regelmäßige Beratungen von Experten im Stadtplanungsamt dienten der Abstimmung aller Schritte für die denkmalschutzgerechte Umgestaltung. Begleitet wurden die Maßnahmen von einer Veranstaltungsreihe in der Kulturfabrik unter dem Titel »Zerstreut unter die Völker«. Viele Interessenten nutzten die Gelegenheit sich mit jüdischem Leben, Religions-, Kultur- und Familiengeschichte, Literatur und Musik bekannt zu machen. Ein Work-Camp auf dem Friedhof und mehrere Schülerprojektgruppen gingen auf Spurensuche. Die Ergebnisse, zum Beispiel über die einzige deutsche Taubstummenschule für Juden, sind meines Erachtens von bleibendem Wert. Der jüdische Friedhof Fürstenwalde ist mittlerweile ein vorbildlich gestalteter, würdiger Ort der Ruhe und Besinnung. Vater, Sohn und Enkel, Nachkommen einer einst prominenten jüdischen Familie aus Fürstenwalde, die heute in Großbritannien wohnen, haben bei einem privaten Besuch im Juli 2001 beeindruckt und dankbar das Resultat gewürdigt. Im Beisein vieler Bürger und Gäste konnte die Gedenkstätte am 4.September 2001 offiziell übergeben werden.

Judischer Friedhof in Fürstenwalde-1

Von der Autobahn A12, Abfahrt Fürstenwalde kommend Richtung Fürstenwalde Zentrum fahren, nach der Spreebrücke Richtung Berlin, am Ottomar-Geschke-Platz links in die Frankfurter Straße bis zur Ecke Grünstraße, auf der linkenSeite gegenüber dem Altersheim ummauertes Areal, Besuch nur mit Schlüssel möglich

Größe 1797 qm,

Flur 119, Flurstück 399,

Grundbuchblatt 4325

Judischer Friedhof inStorkow-1

Aus Spreenhagen kommend nach dem Ortseingang die dritte Möglichkeit links in die Straße Richtung Reichenwalde, am Ufer des Großen Storkower Sees, gegenüber dem Seglerheim, auf der linken Seite Fußweg zum höhergelegenen Friedhof nutzen bis zur einer Mauer mit einem siebenarmigen Leuchter verziertem Tor

Größe 511 qm,

Flur 43, Flurstück 24,

Grundbuchblatt 922

Jüdischer Friedhof in Storkow

Die Israelitische Kultusgemeinde Storkow hatte ihren Bestattungsplatz unweit des städtischen Friedhofes Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt. Gegenüber dem Stadtbad und Seglerheim am Großen Storkower See führt ein mit Rasengitterplatten befestigter Fußweg von der Reichenwalder Straße zum markanten Eingangstor. Die mit erneuertem Ziegelmauerwerk abgesetzte Natur-stein-mauer öffnet sich durch drei schmiedeeiserne Türflügel jüngeren Datums, die jeweils mit Davidstern und Menora verziert sind.

Die im Eingangsbereich liegende Fläche ist irgendwann als Vorland oder Reservefläche aus kommunalem Eigentum mit ummauert, aber offenbar nie benutzt worden. Die etwas kleinere Bestattungsfläche des jüdischen Friedhofs Storkow ist in sieben Grabreihen belegt und vermittelt einen fast kompletten Eindruck. Bei den rund go Grabsteinen dominieren traditionelle Sandsteinstelen, einzelne polierte Obelisken verweisen auf einen Hang zur damaligen Mode. Auffällig ist eine extra Kindergräberreihe. Die lesbaren Sterbedaten enden mit dem Jahr 1934. Nach mehrmaligem Angebot und Eingreifen des Polizeipräsidiums Berlin erfolgte 1942I43 der Zwangsverkauf für 50,-RM an die Stadt.

1952 wurde der Friedhof Volkseigentum und niemand fühlte sich mehr in der Pflicht. Mitte der achtziger Jahre war der Ort zugewachsen, verwildert und verwahrlost. Viele Grabsteine waren umgestürzt, als 1993,1994 und 1995 der Friedhof von Rechtsextremisten geschändet wurde. Daraufhin entschloss sich die Stadt zu einer gründlichen Rekonstruktion und Instandsetzung in Form einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Die Mauer wurde repariert und ergänzt, einzelne Grabsteine wurden gereinigt und neu befestigt. Diese gründlichen Arbeiten haben den jahrzehntelangen Dornröschenschlaf beendet. Die Stadt Storkow kann ihren Besuchern ein Stück Geschichte in alter Schönheit und Würde präsentieren.

Besucherzaehler ©2012 Brandenburgische Heilige Bruderschaft Chewra Kadischa e.V.

Bestürzende Entdeckung auf Jüdischem Friedhof

Die 2012 wieder gegründete Beerdigungsgemeinschaft Chewra Kadischa macht auf dem Jüdischen Friedhof am Potsdamer Pfingstberg eine bestürzende Entdeckung: Bei Sanierungsarbeiten fanden sie im Sandsteinpflaster eines Gehwegs Kindergrabsteine.

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Felix-Mosche Berul, Vorsteher der Chewra Kadischa, mit geborgenen Kindergrabsteinen.

Quelle: Volker OelschlägerArtikel veröffentlicht: Dienstag, 28.06.2016

http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Bestuerzende-Entdeckung-auf-Juedischem-Friedhof

Am 24. Schwat 5772  ist

Isroel-Dovid ben Aron-Avrum Pitel

in eine andere Welt gegangen

Reb Dovid

Zum Gedenken an einem Lehrer, einem Freund, einem Menschen
und einfach einem Juden

Am 24. Tischrey  5685  ist er in Dvinsk (Daugavpils) in einer orthodoxen jüdischen Familie geboren.

Der Vater von Dovid ben Aron-Avrum, war ein Lehrer in einer jüdischen Schule in Dvinsk. Er fand großen Respekt unter den fast 50.000 jüdischen Bürgern dieser lettländischen Stadt. Rebe Dovid erzählte, dass am Tag der Brit Mila (Beschneidungstag)  die Familie Pitel eine herausragende damalige jüdische Autorität, Josef-Efraim Fischelevitsch besuchte. Er war eine in jüdischen Kreisen berühmte Persönlichkeit „Rogatschewer Goen“. Im Gedenken dieses Besuches betete Rebe Dovid am Tag des Sterbens von Rogatschewer Goen und aus dieser Erinnerung das ganze Leben.

Dovid Pitels wurde jüdisch-traditionell ausgebildet, deswegen  beherschte er neben der lettländischen Sprache auch fließend die Hebräische und Jiddische Sprache, die er für seine Muttersprache gehalten hat. In jungen Jahren ist er in die Jugendorganisation „Bejtar“ eingetreten und bis zum Eintritt in die Rote Armee war er dort ein aktives Mitglied.

Die Kriegsmühlen mit Feuer und Panzerketten sind über die Familie Pitels gerollt. Fast alle Familienangehörigen sind im ersten Okkupationsjahr in Lettland ermordet worden. Über mehr als 50 Familienmitglieder sind in dieser Zeit von den Nazis getötet worden.

Zusammen mit Bejtar-Freunden hat Dovid eine Entscheidung getroffen, freiwillig in die Rote Armee einzutreten. Am 15. September 1942 wurde er ein Soldat von der lettländischen Division, wo mehr als die Hälfte der Soldaten, Juden waren, die rechtzeitig Lattgalien verlassen konnten. Bleibend unter seinen Kameraden, hatte er die Möglichkeit, die jüdischen Gesetze einzuhalten, Tora lesen und täglich aus dem „Siodor“ (Soldatenrucksack) der Tfilin, den ihm sein Vater vor dem Gang nach Osten geschenkt hat, raus zunehmen und  zu beten. Dovid war in der Armee bis zum 11. Juni 1946. Nach der Demobilisation wurde er nach Lettland geschickt, um die Wirtschaft aufzubauen und das Land von restlichen nationalistischen lettländischen Gruppen zu reinigen. Am 01. März 1952 verlieh man ihm den Rang zum Leutnant und am 18. März den Rang zum Oberleutnant. Aber immer auf allen Arbeitsstellen, erinnerte er sich, dass er ein Jude war. Geheim haltend vor den Anderen, las er die Tora, betete und blieb den Lehren der Ahnen und Rogatschewer Goen treu.

Als die Sowjetmacht kaputt war und die Verbote religiöser Tätigkeiten aufgehoben wurden, wurde Dovid im Jahr 1994 ein Mitglied der Widergeburt der jüdischen Gemeinde Rigas.

Seit den ersten Tagen seines Aufenthalts in Potsdam, trat er aktiv in die Tätigkeit der jüdischen Gemeinde ein. Er war im Zentrum des religiösen Lebens. Er hat alle Versuche der Anderen abgestellt, die jüdische Gemeinde in Richtung Liberalismus, Reformation zu lenken. Der höchste Punkt seiner Tätigkeit in der Gemeinde war ein Geschenk der Gemeinde eine neue Tora-Rolle.

Das hat Dovid zum Gedenken an seine Eltern, Aron-Avrum und Sarah-Bejla Pitel.

Rebe Dovid ist in eine andere Welt gegangen und wir dürfen beten und die Lehren der Ahnen seines Vaters und den Rabbinern von Dvinsk erfüllen.

Unsere Gebete werden bestens Bedacht für Israel-Dovid ben Aron-Avrum Pitel.

(9 Ijara 5775) 223. Johrzeit, Rabbiner Joseph b. Meir Theomim

Jüdischer Friedhof in Slubice

(bis 1945 Frankfurt (Oder))

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Galizischen Rabbiner; geboren in Lemberg im Jahre 5487 (1727), gestorben in Frankfurt (Oder)  im Jahr 5552 (1792). Während noch jung folgte er seinem Vater in der Position der Prediger und Lehrer in der rabbinischen Jeschiva von Lemberg (Lviv). Später ging er nach Berlin, wo er schon mehrere Jahre in der Wette ha-Midrasch von Daniel Jafe. . Dann nahm er seine frühere Position in Lemberg und im Jahre 5542 (1782)  wurde Rabbiner ernannt Frankfurt (Oder), wo er bis zu seinem Tod blieb.

Te'omim, der als einer der führenden Rabbiner seiner Zeit war, war ein gründlicher Student der rabbinischen Literatur, und wurde nicht in den weltlichen Wissenschaften verlernt. Er schrieb: "Peri Megadim," eine zweifache Kommentar auf der Orah Ḥayyim-wobei ein Teil mit dem Titel "Mishbeẓot Zahab," die eine Superkommentar auf David ben Samuel "Ture Zahab," und die andere "Eshel Abraham", auf Abraham Abele "Magen Abraham "(Frankfurt(Oder), 1753)," Porat Yosef "Novellae auf Yebamot und Ketubot, mit Regeln für Halacha Entscheidungen (Zolkiev 1756)," Ginnat Weradim, "siebzig Regeln für das Verständnis des Talmud ( Frankfort(Oder) 1767), "Peri Megadim," eine zweifache Kommentar auf der Yoreh De'ah-wobei ein Teil mit dem Titel "Mishbeẓot Zahab," die eine Superkommentar auf David ben Samuel "Ture Zahab," und die andere "Sifte Da'at", auf Sabthai Kohen die "Sifte Kohen" (Berlin, 1772), "Tebat Gome," auf den Sabbatical Abschnitte (Frankfurt(Oder) 1782), "Schoschanat ha-'Amakim," eine Methodik des Talmud, zusammen mit dem vorhergehenden veröffentlicht; "Nein" am Megadim, "Kommentare zu den Gebeten, mit dem Gebet-Buch" Hegyon Leb. ​​" Te'omim links im Manuskript "Sefer ha-Maggid" (ein Kommentar zum Pentateuch und die Haftarot, Predigten für Sabbate und Feste, und eine zweifache Kommentar Pirḳe Abot) und "Em la-Binah" (Hebräisch, Aramäisch und Chaldaisch Lexikon; Neubauer, "Cat Bodl Hebr MSS...." Nr. 1500). In der Einleitung zu der letztgenannten Arbeit Te'omim erwähnt eine große Anzahl von Schriften seiner eigenen, auf Halacha und Ethik, die nicht mehr in Existenz.

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25. April begann die Restaurierung von Grabsteine  in den alten jüdischen Friedhof in Potsdam.

Der Koordinator : Fachbereich Stadterneuerung und Denkmalpflege Stadt Potsdam

Restaurator: Naturstein Potsdam GmbH

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