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“Die Chewra Kadischa dankt Herrn Dr. Wolfgang Weisleder
für die  Erlaubnis, sein Buch "Der Gute Ort, Jüdische Friedhöfe im Land  Brandenburg" zu verwenden

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für den Erhalt und die Pflege

Jüdischen Friedhöfe

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Judischer Friedhof in Beelitz-1

Auf der B 2 aus Potsdam kommend

an der Kreuzung rechts

in die Clara-Zetkin-Straße auf die B 246

Richtung Beelitz-Heilstätten, nach der Schule

linker Hand rechts in die Straße des Aufbaues,

vor dem Neubaugebiet auf der rechten Seite

Friedhofsmauer mit schmiedeeisernem Tor

 

Größe 933 qm,

Flur 8, Flurstück 151I3,

Grundbuchblatt 916

Jüdischer Friedhof in Beelitz

Der Ort ist eine der ältesten jüdischen Ansiedlungen, denn bereits zwischen dem 8. und 14. Jahrhundert sowie im 16. Jahrhundert sollen Juden hier ansässig gewesen sein. Die Folgen des mittelalterlichen AntiJudaismus, im Zusammenhang mit berüchtigten Gerichtsverfahren gegen Hostienschänder, sind in der Wunderblutkapelle in der heutigen evangelischen Kirche St. Marien zu Stein geworden.

Der jüdische Friedhof Beelitz ist allerdings erst Anfang des 18. Jahrhunderts, noch vor 1743, entstanden. Der älteste lesbare Grabstein trägt das Sterbejahr 1752. Auch wenn er einst außerhalb der Stadtmauern lag, befindet er sich heute mitten in der Stadt, an der Einmündung der Straße des Aufbaues in die Clara-Zetkin-Straße, in unmittelbarer Nachbarschaft rekonstruierter DDR-typischer Wohnblöcke.

Beelitz war Zentrum eines ausgedehnten Synagogenbezirkes, der von Caputh und Werder bis Luckenwalde und Jüterbog, bzw. von Beizig bis Trebbin reichte. Nichtzuletzt deshalb musste der Friedhof 1789 erweitert werden. Inder Stadt existierte ab 1908 die - anlässlich der Silberhochzeit des Kaiserpaares »Wilhelm-Auguste-Viktoria-Stiftung« genannte - einzige jüdische gemeinnützige heilpädagogische Anstalt für geistig zurückgebliebene Kinder in ganz Deutschland. Die Erinnerung daran wird im Sally-Bein-Gymnasium, benannt nach dem Leiter des Kinderheimes, bewahrt und durch eine Schulpartnerschaft mit Israel untermauert.

Merkwürdigerweise ist der Friedhof der Synagogengemeinde urkundlich seit 1919 Eigentum der Stadt, obwohl den Grabsteinen nach noch bis 1925 Beisetzungen erfolgt sein müssen. Ein Teil der Gräber wurde im November 1938 geschändet, von einer Leichenhalle fehlt jede Spur. 1939 wurde der Friedhof behördlich unter dem Vorwand geschlossen, »da die Brunnen der Selterswasserfabrik nur 40 Meter entfernt sind«, wäre das unhygienisch. In der Nachkriegszeit geriet der Ort in Vergessenheit, verwahrloste und diente Kindern als abenteuerlicher Spielplatz. Trotzdem lassen sich noch etwa 80 Grabstellen und rund 50 sehr interessante Grabsteine bewundern.

Die für 1988 in der ganzen DDR angeordneten Gedenkfeierlichkeiten anlässlich der 40. Wiederkehr der »Reichskristallnacht« bescherte dem Friedhof eine Aufräumaktion, die aber erst begann, nachdem der damalige Bürgermeister mehrfach gemahnt worden war. Seit dem 9. November 1988 finden jährlich unter evangelischer Obhut ökumenische Gedenkfeiern statt, die an die Pogromnacht und das Schicksal jüdischer Familien als Nachbarn erinnern. Auf Drängen von Pfarrer Stamnitz konnte schrittweise die Würde des »Hauses der Ewigkeit« wiederhergestellt werden. Als aufwendig und entsprechend kostspielig erwies sich die abschnittsweise Erneuerung der instabilen, zum Teil schon umgestürzten Friedhofsmauer. Vor dem kunstvollen schmiedeeisernen Eingangstor und der neuen Schrifttafel wurde 2001 eine Grünfläche so gestaltet, dass damit auch die Zufahrt bzw. das Wohnumfeld für die Anwohner verschönert wurde. Der jüdische Friedhof Beelitz präsentiert sich dem Besucher nunmehr als gepflegter Gedenkort.

Jüdischer Friedhof in Treuenbrietzen

Jede Suche nach dem »Alten Judenkirchhof« bleibt noch immer erfolglos. Versprechen der Stadtverwaltung zu dessen Markierung sind, trotz zusätzlichen Votums des Kulturministers, nicht eingelöst worden. Die Stadt hatte 1997 Recherchearbeiten dazu in Auftrag gegeben, aber auch vorher war längst weltbekannt, dass der Gründer der Jüdischen Gemeinde Stockholm, der Petschaftstecher Aron Isaak 1730 in Treuenbrietzen zur Welt gekommen war. Sind die anderen jüdischen Einwohner Treuenbrietzens aus späteren Jahrhunderten mit Familiennamen wie Bomster, Franzmann, Friedeberg, Knopf, Lax, Oestreich oder Schwarz vergessen?

Vor der Stadtmauer »Am Paukertweg« liegt der »Judenkirchhof« inmitten eines Parkgeländes an der Nieplitz, nahe dem Schwanenteich. In den Archivakten findet er schon 1711 und 1769 als »Totenhof hiesiger Judenschaft« mit präziser Größenangabe urkundliche Erwähnung. Die Jüdische Gemeinde pachtete ihn 1842 für zwei Taler jährlich von der Stadt. Wenn man bedenkt, dass er bereits seit über 100 Jahren existierte, ist dies ein sehr seltener, merkwürdiger Vorgang. Die Beweggründe dieser Art Erbpacht liegen im Dunkeln. Im Zeitraum von 1815 bis 1874 lassen sich rund 50 Beerdigungen nachweisen. Nach der damals geltenden Gebührenordnung waren zwischen drei und zehn Taler pro Bestattung zu entrichten, welche man in vier Gruppen einteilte: Kinder unter sieben Jahren, Kinder zwischen sieben und vierzehn, Juden zwischen 14 und 20 und Juden über 20 Jahre. Bis 1914 oder 1925 sollen jüdische Beisetzungen stattgefunden haben. 1937 machte man durch einen »Federstrich«, indem man ein neues Grundbuchblatt anlegte, den Friedhof endgültig zu kommunalem Eigentum. Der jährliche Erbpachtzins war nicht mehr entrichtet worden, die Fläche gehörte katastermäßig zu der Menge der »ungetrennten Hofräume« - die Beamten hatten keinerlei Unrechtsbewusstsein.

Nur ein übriggebliebener wertvoller Grabstein wird im Heimatmuseum aufbewahrt. An der ursprünglichen Stelle ist nur gärtnerisch gestaltetes Grünland zu sehen. Wer hat um 1936 die alten Grabsteine abgeräumt? Sind sie wirklich zur Uferbefestigung der Nieplitz missbraucht worden, wie gesagt wird? Kommunalvermögen war in der DDR offiziell »Eigentum des Volkes«, auch den jüdischen Friedhof Treuenbrietzen hatte man beiläufig sozialisiert und vergessen. Durch Aufstellen eines Gedenksteines oder auf andere künstlerisch durchdachte Weise sollte möglichst bald kenntlich gemacht werden, dass dieser Parkteil besonderen Respekt und Fürsorge verdient.

Judischer Friedhof in Treuenbrietzen-1

Auf der B 102 aus Jüterbog kommend

vor der Stadtmauer links den Fußweg

in den Park nutzen, am Paukertdenkmal vorbei,

auf der rechten Seite des Flußes Nieplitz

in der Nähe des Schwanenteiches,

direkt an der südwestlichen Stadtmauer,

Fläche ist heute Parkanlage und

nicht mehr erkennbar

 

Größe 1135 qm, Flur 2, Flurstück 53, Liegenschaftsblatt 4035

Judischer Friedhof in Ziesar-1

Von Görzke auf der B 107 kommend

nach dem Bahnübergang links

die Straße nutzen, die nächste Möglichkeit

rechts in die Straße »Petritor«

auf der rechten Seite Fläche,

ist heute mit Eigenheimen bebaut

Größe 221 qm, Flur 6, Flurstück 181, Grundbuchblatt 881

Jüdischer Friedhof in Ziesar

1986I87 soll zumindest ein Teilstück des jüdischen Friedhofes an der Straße nach Görzke zur Bebauung mit einem Eigenheim freigegeben worden sein. Eine diesbezügliche klärende Nachfrage hat die Bürgermeisterin der Stadt 1994 nicht mehr beantwortet. Wäre der Friedhof statt als ungepflegtes Brachland damals schon als Gedenkstätte entsprechend markiert gewesen, eine solch schwere Missachtung hätte es schwerlich gegeben.

Das Eigenheim steht längst, die versprochene Gedenktafel fehlt noch immer. Nach dem Kriegsende soll der kleine jüdische Friedhof an der Petritor genannten Straße noch eingezäunt oder ummauert gewesen sein. Die letzte Bestattung lag damals weit zurück - im Jahre 1904 wurden die Eheleute Rosenstiehl beigesetzt. Es gibt sicher Erklärungen aber keine Entschuldigungen für altes und neues Unrecht!

Besucherzaehler ©2012 Brandenburgische Heilige Bruderschaft Chewra Kadischa e.V.

Bestürzende Entdeckung auf Jüdischem Friedhof

Die 2012 wieder gegründete Beerdigungsgemeinschaft Chewra Kadischa macht auf dem Jüdischen Friedhof am Potsdamer Pfingstberg eine bestürzende Entdeckung: Bei Sanierungsarbeiten fanden sie im Sandsteinpflaster eines Gehwegs Kindergrabsteine.

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Felix-Mosche Berul, Vorsteher der Chewra Kadischa, mit geborgenen Kindergrabsteinen.

Quelle: Volker OelschlägerArtikel veröffentlicht: Dienstag, 28.06.2016

http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Bestuerzende-Entdeckung-auf-Juedischem-Friedhof

Am 24. Schwat 5772  ist

Isroel-Dovid ben Aron-Avrum Pitel

in eine andere Welt gegangen

Reb Dovid

Zum Gedenken an einem Lehrer, einem Freund, einem Menschen
und einfach einem Juden

Am 24. Tischrey  5685  ist er in Dvinsk (Daugavpils) in einer orthodoxen jüdischen Familie geboren.

Der Vater von Dovid ben Aron-Avrum, war ein Lehrer in einer jüdischen Schule in Dvinsk. Er fand großen Respekt unter den fast 50.000 jüdischen Bürgern dieser lettländischen Stadt. Rebe Dovid erzählte, dass am Tag der Brit Mila (Beschneidungstag)  die Familie Pitel eine herausragende damalige jüdische Autorität, Josef-Efraim Fischelevitsch besuchte. Er war eine in jüdischen Kreisen berühmte Persönlichkeit „Rogatschewer Goen“. Im Gedenken dieses Besuches betete Rebe Dovid am Tag des Sterbens von Rogatschewer Goen und aus dieser Erinnerung das ganze Leben.

Dovid Pitels wurde jüdisch-traditionell ausgebildet, deswegen  beherschte er neben der lettländischen Sprache auch fließend die Hebräische und Jiddische Sprache, die er für seine Muttersprache gehalten hat. In jungen Jahren ist er in die Jugendorganisation „Bejtar“ eingetreten und bis zum Eintritt in die Rote Armee war er dort ein aktives Mitglied.

Die Kriegsmühlen mit Feuer und Panzerketten sind über die Familie Pitels gerollt. Fast alle Familienangehörigen sind im ersten Okkupationsjahr in Lettland ermordet worden. Über mehr als 50 Familienmitglieder sind in dieser Zeit von den Nazis getötet worden.

Zusammen mit Bejtar-Freunden hat Dovid eine Entscheidung getroffen, freiwillig in die Rote Armee einzutreten. Am 15. September 1942 wurde er ein Soldat von der lettländischen Division, wo mehr als die Hälfte der Soldaten, Juden waren, die rechtzeitig Lattgalien verlassen konnten. Bleibend unter seinen Kameraden, hatte er die Möglichkeit, die jüdischen Gesetze einzuhalten, Tora lesen und täglich aus dem „Siodor“ (Soldatenrucksack) der Tfilin, den ihm sein Vater vor dem Gang nach Osten geschenkt hat, raus zunehmen und  zu beten. Dovid war in der Armee bis zum 11. Juni 1946. Nach der Demobilisation wurde er nach Lettland geschickt, um die Wirtschaft aufzubauen und das Land von restlichen nationalistischen lettländischen Gruppen zu reinigen. Am 01. März 1952 verlieh man ihm den Rang zum Leutnant und am 18. März den Rang zum Oberleutnant. Aber immer auf allen Arbeitsstellen, erinnerte er sich, dass er ein Jude war. Geheim haltend vor den Anderen, las er die Tora, betete und blieb den Lehren der Ahnen und Rogatschewer Goen treu.

Als die Sowjetmacht kaputt war und die Verbote religiöser Tätigkeiten aufgehoben wurden, wurde Dovid im Jahr 1994 ein Mitglied der Widergeburt der jüdischen Gemeinde Rigas.

Seit den ersten Tagen seines Aufenthalts in Potsdam, trat er aktiv in die Tätigkeit der jüdischen Gemeinde ein. Er war im Zentrum des religiösen Lebens. Er hat alle Versuche der Anderen abgestellt, die jüdische Gemeinde in Richtung Liberalismus, Reformation zu lenken. Der höchste Punkt seiner Tätigkeit in der Gemeinde war ein Geschenk der Gemeinde eine neue Tora-Rolle.

Das hat Dovid zum Gedenken an seine Eltern, Aron-Avrum und Sarah-Bejla Pitel.

Rebe Dovid ist in eine andere Welt gegangen und wir dürfen beten und die Lehren der Ahnen seines Vaters und den Rabbinern von Dvinsk erfüllen.

Unsere Gebete werden bestens Bedacht für Israel-Dovid ben Aron-Avrum Pitel.

(9 Ijara 5775) 223. Johrzeit, Rabbiner Joseph b. Meir Theomim

Jüdischer Friedhof in Slubice

(bis 1945 Frankfurt (Oder))

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Galizischen Rabbiner; geboren in Lemberg im Jahre 5487 (1727), gestorben in Frankfurt (Oder)  im Jahr 5552 (1792). Während noch jung folgte er seinem Vater in der Position der Prediger und Lehrer in der rabbinischen Jeschiva von Lemberg (Lviv). Später ging er nach Berlin, wo er schon mehrere Jahre in der Wette ha-Midrasch von Daniel Jafe. . Dann nahm er seine frühere Position in Lemberg und im Jahre 5542 (1782)  wurde Rabbiner ernannt Frankfurt (Oder), wo er bis zu seinem Tod blieb.

Te'omim, der als einer der führenden Rabbiner seiner Zeit war, war ein gründlicher Student der rabbinischen Literatur, und wurde nicht in den weltlichen Wissenschaften verlernt. Er schrieb: "Peri Megadim," eine zweifache Kommentar auf der Orah Ḥayyim-wobei ein Teil mit dem Titel "Mishbeẓot Zahab," die eine Superkommentar auf David ben Samuel "Ture Zahab," und die andere "Eshel Abraham", auf Abraham Abele "Magen Abraham "(Frankfurt(Oder), 1753)," Porat Yosef "Novellae auf Yebamot und Ketubot, mit Regeln für Halacha Entscheidungen (Zolkiev 1756)," Ginnat Weradim, "siebzig Regeln für das Verständnis des Talmud ( Frankfort(Oder) 1767), "Peri Megadim," eine zweifache Kommentar auf der Yoreh De'ah-wobei ein Teil mit dem Titel "Mishbeẓot Zahab," die eine Superkommentar auf David ben Samuel "Ture Zahab," und die andere "Sifte Da'at", auf Sabthai Kohen die "Sifte Kohen" (Berlin, 1772), "Tebat Gome," auf den Sabbatical Abschnitte (Frankfurt(Oder) 1782), "Schoschanat ha-'Amakim," eine Methodik des Talmud, zusammen mit dem vorhergehenden veröffentlicht; "Nein" am Megadim, "Kommentare zu den Gebeten, mit dem Gebet-Buch" Hegyon Leb. ​​" Te'omim links im Manuskript "Sefer ha-Maggid" (ein Kommentar zum Pentateuch und die Haftarot, Predigten für Sabbate und Feste, und eine zweifache Kommentar Pirḳe Abot) und "Em la-Binah" (Hebräisch, Aramäisch und Chaldaisch Lexikon; Neubauer, "Cat Bodl Hebr MSS...." Nr. 1500). In der Einleitung zu der letztgenannten Arbeit Te'omim erwähnt eine große Anzahl von Schriften seiner eigenen, auf Halacha und Ethik, die nicht mehr in Existenz.

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25. April begann die Restaurierung von Grabsteine  in den alten jüdischen Friedhof in Potsdam.

Der Koordinator : Fachbereich Stadterneuerung und Denkmalpflege Stadt Potsdam

Restaurator: Naturstein Potsdam GmbH

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