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“Die Chewra Kadischa dankt Herrn Dr. Wolfgang Weisleder
für die  Erlaubnis, sein Buch "Der Gute Ort, Jüdische Friedhöfe im Land  Brandenburg" zu verwenden

Wir bitten Sie um eine

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für den Erhalt und die Pflege

Jüdischen Friedhöfe

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Bad Wilsnack-2

Aus Groß Lüben kommend

an der Kreuzung links Richtung Perleberg,

vordem Bahnübergang rechts

in die Akazienstraße

zum städtischen Friedhof,

vor der Friedhofskapelle rechts

bis zu einem Hügel

 

Größe 230 qm,

seit 1918 als kommunales Eigentum

im Grundbuch registriert

Jüdischer Friedhof in Bad Wilsnack

Der kleine Hügel im südlichsten Zipfel des städtischen Friedhofes in der Akazienstraße wäre heute kaum noch als jüdischer Friedhof erkennbar, wenn nicht ein ungewöhnlich schöner Gedenkstein den Ort markieren würde. Mit geübtem Blick erkennt der Besucher auch einen ehemals separaten Eingang.

Der traditionsbewusst aus Sandstein gefertigte Stein auf zweistufigem Sockel trägt die Inschrift: Friedhof der Jüdischen Gemeinde Bad Wilsnack Blumen kommen - ihre Düfte vergehen, Menschen erscheinen - ihre Spuren verwehn. Verloren kann gehen Gut und Hab. Die Liebe allein reicht über das Grab.

Die wenigen Worte gehen dem Leser unter die Haut und machen ihn nachhaltig betroffen. Auf der Rückseite des Steines findet sich die nach dem Krieg seltene hebräische Inschrift, übersetzt lautend: Im Herzen der Welt. Zum Gedächtnis der Juden von Bad Wilsnack. 1986I87 hatten Unbekannte die hebräische Inschrift mit Fensterkitt verschmiert, der mühsam entfernt werden musste. In einer Projektarbeit von Schülern der Gesamtschule Bad Wilsnack wurden 1998 Namen und Fakten zur Geschichte jüdischer Familien zusammengetragen. Diese wurden anlässlich einerGedenkveranstaltungmit Rabbiner Manela (USA) feierlich an die Jüdische Gemeinde Land Brandenburg K.d.ö.R. übergeben. Aus den Recherchen der Schüler ging hervor, dass 1942 noch 23 Grabstellen vorhanden und zur Hälfte sogar noch mit Grabsteinen versehen waren.

Erst Anfang der fünfziger Jahre wurde der verwahrloste Ort zur heutigen Gedenkstätte umgestaltet. Es spricht vieles für eine Initiative von Überlebenden, die vermutlich als amerikanische Staatsbürger ihre alte Heimatstadt besucht hatten. Es fällt zumindest auf, dass damals keine offiziöse »Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus« errichtet worden war, sondern ein eher privat wirkender Gedenkort. Seit vielen Jahren wird jährlich am Totensonntag ein Blumengebinde am Gedenkstein niedergelegt.

Jüdischer Friedhof in Lenzen

Der jüdische Friedhof Lenzen existierte als besonderer Bestattungsplatz für jüdische Familien schon seit 1768. Er lag nördlich außerhalb der Stadtmauern in Richtung Finkenberg, wo sich heute eine Eigenheimsiedlung befindet. Der kommunale »Neue Friedhof« entstand südlich davon - nach ihm ist die Kirchhofstraße benannt.

Als 1938 die letzte Beisetzung stattfand, war höchstens ein Drittel des Friedhofs mit Grabstellen belegt. Bereits im August des gleichen Jahres versuchte der Bürgermeister das Gelände zu kaufen. Als Begründung gab er »Raumschwierigkeiten meines angrenzenden Friedhofes« an. Durch den Kriegsbeginn und weitere Umstände verzögerte sich die Erfüllung dieses Antrages um mehrere Jahre. Eigentümer war damals laut Grundbuch die Synagogengemeinde Perleberg, die nach 1939 in die Reichsvereinigungderjuden in Deutschland eingegliedert worden war und ihre Rechtsfähigkeit verlor. Selbst wenn sie gewollt hätte; sie konnte nichts mehr verkaufen.

Erst nach der Beschlagnahme des Vermögens der Reichsvereinigung hat als dessen Verwalter der Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg 1944 einen Kaufvertrag unterzeichnet. Für 200,- RM wurde das Gräberfeld »wie es steht und liegt« Eigentum der Stadtgemeinde. Diese wollte das hügelige Gelände längst nicht mehrzum Zwecke der Friedhofserweiterung, sondern als Sandberg bzw. Baumaterial freigeben. Mit Pferde- oder Handwagen, auf der Schubkarre oder im Eimer verschwand in der Nachkriegszeit der Sand und mit ihm die sterblichen Überreste der Juden aus Lenzen. Da es scheinbar rechtmäßig erworbenes Gemeindeland war, gab es vermutlich kaum Unrechtsbewusstsein. Natürlich muss man die Notsituation beachten, trotzdem verwundert es, dass weder von kirchlicher noch anderer Seite Bedenken wegen der Pietätlosigkeit dieses Vorganges bekannt geworden sind.

Obwohl inzwischen die Fläche wieder Eigentum der Jüdischen Gemeinde Land Brandenburg geworden ist, existiert der Friedhof nicht mehr. Eine angemessene optische Gestaltung und Markierung wäre trotz und wegen dieses Totalverlustes mehr als wünschenswert und soll auch im Zusammenhang mit dem Anlegen von Grünanlagen im Umfeld noch erfolgen.

Lenzen-2

Auf der B 195 aus Wittenberge kommend an der Kirche rechts Richtung Grabow, am Denkmal links in die Kirchhofstraße bis zum Ende des städtischen Friedhofs

Größe 1510 qm, Flur 11, Flurstück 113, Grundbuchblatt 631

Perleberg-2

Aus Pritzwalk auf der B 189 kommend an der Kreuzung Matthias-Hasse-Straße rechts auf die B 5 Richtung Ludwigslust, nach der Brücke rechts in die Sophienstraße, nach ca. 200 m rechts eine Feldsteinmauer mit Tor

Größe 1280 qm,

Flur 22, Flurstück 162,

Grundbuchblatt 929

Jüdischer Friedhof in Perleberg

1856 war zunächst der Friedhof an der heutigen Sophienstraße privates Eigentum von Seelig Jacobi, welcher zehn Jahre später dort auch als Erster beigesetzt wurde. Durch einen von der Königlichen Regierung zu Potsdam genehmigten Kaufvertrag veräußerten die Erben Jacobi 1867 das Areal an die Synagogengemeinde zu Perleberg.

Beeindruckend wirkt noch immer die umlaufende Mauer aus Natursteinen. Der Besucher betritt durch ein Gittertor den Mittelweg und trifft zunächst auf eine Tafel, die den Friedhof kennzeichnet. Etwas weiter zurück steht ein Findling mitder Aufschrift: Dem Andenken der jüdischen Opfer des Faschismus. Erst jetzt erkennt man einen Rest von 20 originalen Grabsteinen, die sich in der hinteren rechten Ecke drängen. Einige Inschriften sind unleserlich geworden. Die überwiegend in schwarzem Granit noch lesbaren Inschriften hat eine Perleberger Abiturientin in einer Belegarbeit im Leistungskurs Geschichte festgehalten. Im linken hinteren Bereich des Friedhofs stehen noch Ziegelmauern eines kleinen Geräteschuppens.

Nachdem kürzlich Kopien von Personenstandsunterlagen der Gemeinde aufgefunden wurden besteht kein Zweifel, dass es sich bei den vorhandenen Grabsteinen nurnoch um Reste der ehemals existierenden Belegungdes 19. Jahrhunderts handelt. Im gewissenhaft geführten Sterberegister finden sich zwischen 1813 und 1896 insgesamt 90 Eintragungen. Im selben Zeitraum wurden 180 Geburten und 48 Eheschließungen festgehalten. Rechnet man die bis 1928 noch erfolgten Erdbestattungen dazu und subtrahiert eine gewisse Zahl von an anderer Stelle Beigesetzten, muss man davon ausgehen, dass der überwiegende Teil der Steine unwiederbringlich verloren gegangen ist.

Aufschlussreich sind die im Stadtarchiv vorhandenen Schriftstücke über das Entfernen der Metallteile an den Gräbern. Die amtlichen Schreiben von 1940I42 belegen die Aktionen zur »Entschrottung von Judenfriedhöfen«. Wenn sich im gleichen Schreiben, in dem die angeordneten Grabschändungen zum Zwecke der Wehrwirtschaft legitimiert werden, der NSDAP-Kreisleiter um den Füllstand von Sandkästen auf Kinderspielplätzen sorgt, wirkt der Frevel noch makaberer. Im April 1944 schlössen die Stadtverwaltung und die Abwickler der inzwischen aufgelösten Reichsvereinigung der Juden in Deutschland einen Kaufvertrag. Nachdem die Stadt anfänglich für den Quadratmeter Friedhofsfläche 75 Pfennige, später 50 Pfennige geboten hatte, wurden schließlich nur noch rund acht Pfennige pro Quadratmeter bezahlt. Auflassung und Grundbucheintragung dieses Zwangsverkaufs unterblieben, so dass zwischen 1942 und dem Jahr 2000 laut Grundbuch die Reichsvereinigung der Juden Eigentümerin blieb.

Anfang der fünfziger Jahre fand eine umfangreiche gärtnerische und bauliche Instandsetzung des Friedhofs nach damaligem Zeitgeschmack statt. Besonderheiten jüdischer Friedhöfe fanden bei der Bepflanzung mit Douglasien und blühenden Sträuchern keine Beachtung. AusdieserZeit stammen auch Birken am Mittelweg. 1993I94 konnte mit Mitteln der Kulturförderung die eingestürzte Rückfront der Feldsteinmauer erneuert werden.

Anfang Oktober 1999 wurden von unbekannten Tätern einige Grabsteine und eine Bank umgestürzt. Die Täter einer weiteren Friedhofsschändung im April 2001 wurden ungewöhnlich schnell ermittelt und bestraft.

Jüdischer Friedhof in Pritzwalk

Es verwundert den Autor, wie wenig über jüdische Familien an diesem alten Handelsplatz bisher bekannt geworden ist, wenn man bedenkt, dass die ersten urkundlichen Erwähnungen einzelnerjuden schon im 14. Jahrhundertzu finden sind. Damals war Pritzwalk sogar Hansestadt und hielt Verbindung mit Lübeck.

Auch wenn es nie eine eigenständige Synagogengemeinde gab - man fand sich im benachbarten Wittstock zusammen - soll bereits ein erster jüdischer Friedhof vor dem KemnitzerTor existiert haben. Auf einem Stadtplan von 1724 ister noch eingezeichnet. Nachdem Stadtbrand von 1821 wurde der große städtische Friedhof nördlich der Perleberger Straße angelegt.

Derheutigejüdische Friedhof Pritzwalk liegtan dessen nordöstlichem Rand und bestand vermutlich nur aus einer Reihe Grabsteinen, die sämtlich verschwunden sind. Die abgelegene kleine Fläche ist von einer Hecke eingefasst. Weder ihr Alter noch ihr Verlauf stehen irgendwie mit Flurstücksgrenzen in Verbindung. Ursprüngliche genaue Größen- und Lageangaben fehlen. Es gibt keine Belege für separates jüdisches Eigentum an dieser Fläche.

Auf dem Gedenkstein für Hermann Calmon steht zusätzlich: Hier ruhen die Verstorbenen jüdischen Glaubens. Der 1885 in Pritzwalk Geborene war 1938 im KZ Buchenwald verstorben. Seine Asche ruht auf dem jüdischen Friedhof Magdeburg, kann man der Inschrift weiter entnehmen. Bei einem zweiten Grabstein ist sehr zweifelhaft, ob er jemals auf dem jüdischen Friedhof gestanden hat, denn die Inschrift wird auffällig vom christlichen Kreuz dominiert. Nichts erin-nert an die jüdische Unternehmerfamilie der »Fa. M. Forell & Co.« Vergeblich sucht man stadtbekannte Familiennamen wie Abraham, Fauchel, Frankenstein, Guttmann, Hirsch jacob, Klostermann, Kreide, Levy, Oesterreicher, Pietrkowski, Popp, Sachs, Saizew oder Simonsohn.

Es ist um so bestürzender, dass Pressemeldungen zufolge im Juni 2001 vier Jugendliche festgenommen werden mussten, die auf dem Friedhofsgelände den Hitlergruß gezeigt und »Sieg Heil« gebrüllt hatten.

Pritzwalk-2

Von der Autobahn A 24, Abfahrt Pritzwalk

kommend an der Kirche vorbei,

an der Kreuzung KietzIGrünstraße links

Richtung Kyritz, die nächste Straße rechts

Richtung Perleberg, nach der Rechtskurve

links in die Perleberger Straße

bis zum städtischen Friedhof,

auf dem Friedhof Richtung Verwaltung,

an der Friedhofskapelle vorbei,

rechts hinter dem Bauhof

offene Vermögensfragen ungeklärt

Wittenberge-1

Von Perleberg auf der B 189 kommend

nach dem Ort Weisen vor der Bahnbrücke

links abbiegen, an der Bahn entlang,

an der Kreuzung Breeser Straße rechts unter

der Bahnlinie hindurch,

nächste Kreuzung links in die Perleberger

Straße bis zum Clara-Zetkin-Park,

dem Krankenhaus gegenüber

Größe ca. 200 qm, Flur 5, Flurstück 768, Grundbuchblatt 5319

Jüdischer Friedhof in Wittenberge

Was heute vorgefunden werden kann, ist eine künstliche Inszenierung einer Gedenkstätte mit Hilfe von wenigen Grabsteinen Wittenberger Juden. Dass 1962 das Aufstellen derdreizehn übriggebliebenen Grabsteine nach dem überlieferten handschriftlichen Belegungsplan sorgfältig erfolgt ist, kann zwar unterstellt, aber noch nicht überprüft werden. Es scheint sich, entgegen anderer Angaben in der Literatur, zumindest um den ursprünglichen Standort an der Perleberger Straße zu handeln, wo sie jetzt vor einer neuzeitlichen Mauer aus Hohlblocksteinen bzw. den Fenstern eines Verwaltungsgebäudes aufgereiht zu finden sind. Der ehemals angrenzende große alte Stadtfriedhof ist zwischen 1968 und 1971 im Wettbewerb »Schöner unsere Stadt« in den Clara-Zetkin-Park verwandelt worden. An dessen Außenkante lagen die 44 Grabstellen, die nachgewiesenermaßen zwischen 1861 und 1927 entstanden waren. 1927 jedenfalls war das Gelände schon Eigentum der Stadt und ist es als »Sport- und Erholungsfläche« bis heute geblieben. Es spricht vieles dafür, dass es sich auch davor nur um ein abgegrenztes Sondergrabfeld am Rand des Stadtfriedhofs gehandelt hat. Eine selbstständige jüdische Gemeinde existierte nur wenige Jahre ab 1923 bis zu ihrem Verwaltungstod durch Eingliederung in die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland im Jahre 1941/42.

Was den in Wittenberge lebenden jüdischen Familien der damals wichtigste Produktionsbetrieb,dasamerikanischeSinger-Nähmaschinenwerk, bedeutete, ist nicht bekannt. Jedenfalls wurde der ca. 50 Meter hohe Uhrturm des jüdischen Architekten Felix S. Ascher mit seiner weithin sichtbaren Turmuhr zum Wahrzeichen sowohl des Unternehmens wie der Stadt. Die Singer-Haushaltnähmaschine gelangte nicht nur in jüdischen Familien weltweit zu legendärem Ruhm, besonders was ihre Funktionstüchtigkeit und Lebensdauer für mehrere Generationen betraf.

1938 soll der Friedhof total verwüstet und völlig zerstört worden sein, nur noch zirka ein Viertel aller Grabsteine blieb erhalten. 1962 erst erfolgte in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Landesgemeinde Mecklenburg die besagte Rekonstruktion, die letztlich in Verbindung mit der Umgestaltung des heute angrenzenden Parkes abgeschlossen worden ist. Die Stadtverwaltung sorgt für einen stets guten Pflegezustand der nach drei Seiten offenen Gedenkstätte, an der täglich über den vorgelagerten Fußweg viele Bürger und Gäste der Stadt vorüberkommen. Dem Betrachter sind überwiegend die hebräischen Inschriften der zumeist doppelseitig beschrifteten Stelen aus Granit zugewandt. Sicher bietet der rege Personenverkehr bei Tage einen gewissen Schutz zum Beispiel vor Hakenkreuzschmierereien.

Besucherzaehler ©2012 Brandenburgische Heilige Bruderschaft Chewra Kadischa e.V.

Bestürzende Entdeckung auf Jüdischem Friedhof

Die 2012 wieder gegründete Beerdigungsgemeinschaft Chewra Kadischa macht auf dem Jüdischen Friedhof am Potsdamer Pfingstberg eine bestürzende Entdeckung: Bei Sanierungsarbeiten fanden sie im Sandsteinpflaster eines Gehwegs Kindergrabsteine.

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Felix-Mosche Berul, Vorsteher der Chewra Kadischa, mit geborgenen Kindergrabsteinen.

Quelle: Volker OelschlägerArtikel veröffentlicht: Dienstag, 28.06.2016

http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Bestuerzende-Entdeckung-auf-Juedischem-Friedhof

Am 24. Schwat 5772  ist

Isroel-Dovid ben Aron-Avrum Pitel

in eine andere Welt gegangen

Reb Dovid

Zum Gedenken an einem Lehrer, einem Freund, einem Menschen
und einfach einem Juden

Am 24. Tischrey  5685  ist er in Dvinsk (Daugavpils) in einer orthodoxen jüdischen Familie geboren.

Der Vater von Dovid ben Aron-Avrum, war ein Lehrer in einer jüdischen Schule in Dvinsk. Er fand großen Respekt unter den fast 50.000 jüdischen Bürgern dieser lettländischen Stadt. Rebe Dovid erzählte, dass am Tag der Brit Mila (Beschneidungstag)  die Familie Pitel eine herausragende damalige jüdische Autorität, Josef-Efraim Fischelevitsch besuchte. Er war eine in jüdischen Kreisen berühmte Persönlichkeit „Rogatschewer Goen“. Im Gedenken dieses Besuches betete Rebe Dovid am Tag des Sterbens von Rogatschewer Goen und aus dieser Erinnerung das ganze Leben.

Dovid Pitels wurde jüdisch-traditionell ausgebildet, deswegen  beherschte er neben der lettländischen Sprache auch fließend die Hebräische und Jiddische Sprache, die er für seine Muttersprache gehalten hat. In jungen Jahren ist er in die Jugendorganisation „Bejtar“ eingetreten und bis zum Eintritt in die Rote Armee war er dort ein aktives Mitglied.

Die Kriegsmühlen mit Feuer und Panzerketten sind über die Familie Pitels gerollt. Fast alle Familienangehörigen sind im ersten Okkupationsjahr in Lettland ermordet worden. Über mehr als 50 Familienmitglieder sind in dieser Zeit von den Nazis getötet worden.

Zusammen mit Bejtar-Freunden hat Dovid eine Entscheidung getroffen, freiwillig in die Rote Armee einzutreten. Am 15. September 1942 wurde er ein Soldat von der lettländischen Division, wo mehr als die Hälfte der Soldaten, Juden waren, die rechtzeitig Lattgalien verlassen konnten. Bleibend unter seinen Kameraden, hatte er die Möglichkeit, die jüdischen Gesetze einzuhalten, Tora lesen und täglich aus dem „Siodor“ (Soldatenrucksack) der Tfilin, den ihm sein Vater vor dem Gang nach Osten geschenkt hat, raus zunehmen und  zu beten. Dovid war in der Armee bis zum 11. Juni 1946. Nach der Demobilisation wurde er nach Lettland geschickt, um die Wirtschaft aufzubauen und das Land von restlichen nationalistischen lettländischen Gruppen zu reinigen. Am 01. März 1952 verlieh man ihm den Rang zum Leutnant und am 18. März den Rang zum Oberleutnant. Aber immer auf allen Arbeitsstellen, erinnerte er sich, dass er ein Jude war. Geheim haltend vor den Anderen, las er die Tora, betete und blieb den Lehren der Ahnen und Rogatschewer Goen treu.

Als die Sowjetmacht kaputt war und die Verbote religiöser Tätigkeiten aufgehoben wurden, wurde Dovid im Jahr 1994 ein Mitglied der Widergeburt der jüdischen Gemeinde Rigas.

Seit den ersten Tagen seines Aufenthalts in Potsdam, trat er aktiv in die Tätigkeit der jüdischen Gemeinde ein. Er war im Zentrum des religiösen Lebens. Er hat alle Versuche der Anderen abgestellt, die jüdische Gemeinde in Richtung Liberalismus, Reformation zu lenken. Der höchste Punkt seiner Tätigkeit in der Gemeinde war ein Geschenk der Gemeinde eine neue Tora-Rolle.

Das hat Dovid zum Gedenken an seine Eltern, Aron-Avrum und Sarah-Bejla Pitel.

Rebe Dovid ist in eine andere Welt gegangen und wir dürfen beten und die Lehren der Ahnen seines Vaters und den Rabbinern von Dvinsk erfüllen.

Unsere Gebete werden bestens Bedacht für Israel-Dovid ben Aron-Avrum Pitel.

(9 Ijara 5775) 223. Johrzeit, Rabbiner Joseph b. Meir Theomim

Jüdischer Friedhof in Slubice

(bis 1945 Frankfurt (Oder))

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Galizischen Rabbiner; geboren in Lemberg im Jahre 5487 (1727), gestorben in Frankfurt (Oder)  im Jahr 5552 (1792). Während noch jung folgte er seinem Vater in der Position der Prediger und Lehrer in der rabbinischen Jeschiva von Lemberg (Lviv). Später ging er nach Berlin, wo er schon mehrere Jahre in der Wette ha-Midrasch von Daniel Jafe. . Dann nahm er seine frühere Position in Lemberg und im Jahre 5542 (1782)  wurde Rabbiner ernannt Frankfurt (Oder), wo er bis zu seinem Tod blieb.

Te'omim, der als einer der führenden Rabbiner seiner Zeit war, war ein gründlicher Student der rabbinischen Literatur, und wurde nicht in den weltlichen Wissenschaften verlernt. Er schrieb: "Peri Megadim," eine zweifache Kommentar auf der Orah Ḥayyim-wobei ein Teil mit dem Titel "Mishbeẓot Zahab," die eine Superkommentar auf David ben Samuel "Ture Zahab," und die andere "Eshel Abraham", auf Abraham Abele "Magen Abraham "(Frankfurt(Oder), 1753)," Porat Yosef "Novellae auf Yebamot und Ketubot, mit Regeln für Halacha Entscheidungen (Zolkiev 1756)," Ginnat Weradim, "siebzig Regeln für das Verständnis des Talmud ( Frankfort(Oder) 1767), "Peri Megadim," eine zweifache Kommentar auf der Yoreh De'ah-wobei ein Teil mit dem Titel "Mishbeẓot Zahab," die eine Superkommentar auf David ben Samuel "Ture Zahab," und die andere "Sifte Da'at", auf Sabthai Kohen die "Sifte Kohen" (Berlin, 1772), "Tebat Gome," auf den Sabbatical Abschnitte (Frankfurt(Oder) 1782), "Schoschanat ha-'Amakim," eine Methodik des Talmud, zusammen mit dem vorhergehenden veröffentlicht; "Nein" am Megadim, "Kommentare zu den Gebeten, mit dem Gebet-Buch" Hegyon Leb. ​​" Te'omim links im Manuskript "Sefer ha-Maggid" (ein Kommentar zum Pentateuch und die Haftarot, Predigten für Sabbate und Feste, und eine zweifache Kommentar Pirḳe Abot) und "Em la-Binah" (Hebräisch, Aramäisch und Chaldaisch Lexikon; Neubauer, "Cat Bodl Hebr MSS...." Nr. 1500). In der Einleitung zu der letztgenannten Arbeit Te'omim erwähnt eine große Anzahl von Schriften seiner eigenen, auf Halacha und Ethik, die nicht mehr in Existenz.

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25. April begann die Restaurierung von Grabsteine  in den alten jüdischen Friedhof in Potsdam.

Der Koordinator : Fachbereich Stadterneuerung und Denkmalpflege Stadt Potsdam

Restaurator: Naturstein Potsdam GmbH

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